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Veronika Dreier bei eisenerZ*ART:

Veronika Dreier

Nach ihrer Ausbildung an der Grazer Ortweinschule (Grafik und Design) und ihrem kurzzeitigen Bühnenbild-Studium beschäftigte sich Veronika Dreier Mitte der 1970er Jahre mit Kunst als soziale Strategie u. a. mit den Themen Frau, Repräsentation, öffentlicher Raum und Medien. Sie war eine jener Künstlerinnen, die Graz zum „intergalaktischen Zentrum für Superfrauen“ ausriefen und schuf mit ihrer „Superfrau“ ein Leitmotiv der Grazer Frauenszene (u.a. für Woment, Kulturhauptstadt 2003).

Die feministische Tätigkeit entfaltete sich 1981–1992 besonders durch Arbeiten und Projekte im legendären Kollektiv „Eva&Co“. Parallel entstanden von 1988–1998 multimediale Arbeiten wie „Audio Violence“, „Waschmaschinenrave“ und Versuche mit Real-Sound-Aufnahmen. So kam es auch zur Teilnahme an internationalen Audio- und Videofestivals. Ihre skulpturalen Arbeiten beinhalten Lebensmittel wie Pudding, Eiscreme, Candys, Brot oder Aspik und sind etwa im Besitz des Victoria and Albert Museums in London, jene aus Stahl symbolisieren z.B. ein Mahnmal mit der Telefonnummer des Frauennotrufs. Dreiers erste Bodenskulptur zeigt auf einem 63 m2 Teppich 350.000 Spielzeug-Miniatursoldaten.

Im Jahr 2000 gründete sie das Kunst- und Integrationsprojekt BAODO und mit dem NIL, 2004, ein interkulturelles Zentrum mit Kunstraum und Café in Graz. Für ihr soziales Engagement erhielt sie in der Folge den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark 2008 und von der Wirtschaftskammer Steiermark eine Auszeichnung für 10 Jahre NIL.

Bei BAODO sind in der Gruppenarbeit mit afrikanischen Flüchtlingen europäische Kleinmöbel aus dem Fundus von Altwarenläden, die „euro-africans“, entstanden, die bei Ausstellungen im MUWA Museum der Wahrnehmung, Soho in Ottakring oder etwa bei der Design Austria im Mumok gezeigt wurden. Dabei wurden Möbel europäischen Zuschnitts mit teilweise floralen und geometrischen Motiven aus der afrikanischen Tradition neu gestaltet. Die Möbelfundstücke und Alltagsgegenstände werden nicht nur in der Form, sondern auch im Gebrauch neu interpretiert, was zu einer Vermischung der Tradition und ursprünglichen Kultur der alten Heimat und den europäischen Einflüssen führt.

 

www.baodo.mur.at

www.veronika-dreier.net