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Attwenger

Die oberösterreichischen Mundart-Virtuosen Attwenger sind zweifellos eine Ausnahme-erscheinung, gehören sie doch zu den wenigen Musikern, die es fertig brachten, mit ihrer Musik einen völlig unverkennbaren Personalstil – das „Attwengern“ – zu kreieren.

Die beiden Protagonisten Markus Binder (Schlagzeug, Gesang, Maultrommel) und Hans-Peter Falkner (Harmonika, Gesang), gaben ihren ersten öffentlichen Auftritt 1990 um drei Uhr morgens in der Wiener Arena, und brachten 1991 ihr Debut-Album „Most“ heraus. Schon damals war es jener unverkennbare Attwenger-Stil, bei dem Schlagzeug, Ziehharmonika und Maultrommel zweckentfremdet und in stilistischer Symbiose aus Volksmusik, Hip Hop, Polka und Punk zu etwas völlig Neuem zusammen geführt wurden. Später kamen Drum´n´Bass-Einflüsse dazu, groovige Pop-Rhythmen und Elektro-Dub, Rock´n´Roll und Blues. Elementar war stets das Mischen bestimmter Sounds und Styles, ebenso wie das Spiel mit der Sprache und dem Dialekt. Die Aussagen in den Texten sind nie einfach gestrickt, oft politisch, mit expliziter System- und Gesellschaftskritik, aber freilich immer mit Attwenger´schem Augenzwinkern. Nonchalance in Lausbubenmanier.

Diesen Weg der Doppeldeutigkeit in Wort und Ton, ihren kompromissloser Stil beschreiten bzw. pflegen die beiden Musiker seit nun also mehr als 20 Jahren, und zelebrieren mit jedem neuen Album ihren gepflegten Hang zum Eskapismus, ohne je ihren Dialekt- und Heimatbezug zu verlieren.

Attwenger ist aber nicht nur in Österreich ein feststehender Begriff. Ihre vielen Tourneen führten sie bisher nicht nur ins europäische Ausland, sondern unter anderen nach Mexiko, Bali, Vietnam, Malaysien, Simbabwe, Pakistan oder Sibirien. „Wir kommen mit unserer Sprache überall an, auch wenn wir nicht in Europa spielen. In Pakistan, beispielsweise, oder auch in Sibirien, verstehen uns die Leute genauso. Es geht eben in erster Linie um Rhythmus und der ist universell. Man versteht ja auch nicht jeden Hip Hopper – es geht viel mehr darum, wie man das alles rüber bringt. Für uns ist Musik einfach eine Geschichte, wo Stimmungen entstehen und für alle Beteiligten ein lässiges Erlebnis stattfindet. Wo etwas passiert, das man aber nicht genau definiert haben will. Musik bedeutet ganz einfach, ,abheben‘, ,Bewegung‘ – der Sound ist alles“, so erklärt das Duo warum es trotz des österreichischen Dialektes nirgendwo Sprachbarrieren erlebt.

Das GrooveSlangPunkDuo Attwenger präsentiert nun ihr neues Album „flux“, auf dem sie Rock n´ Roll & Swing, Turbopolka & Speedlandler, Synthie & Geschichten, Brass & Kantri, Dschakkabum und gelegentlich auch langsam spielen. In den fluxsongs geht es um menschliche Aggregatzustände: um sich schüttelnde Gehirne, um das Sich-schön-Tun, um verzerrte Stimmen, einen alten Ghettoblaster, den Mief, um eine Kugel, die sich um sich selbst dreht, um die Show, um das, was fehlt, um das Sich-Verirren, um das Sich-Fressen, um aktuelle Gstanzln, Proberaumgespräche, den dürren Teufel, darum, ob das Internet geht, um das, was einem alles egal sein kann, ums Durchdrehen und letztlich darum, dass wir das alles nicht gegen uns interpretieren müssen.

 

ALBEN:
die kia (1990/2007), most (1991), pflug (1992), luft (1993), song (1997), sun (2002), dog (2005), dog 2 remixes (2006), flux (2011)

www.attwenger.at
www.trikont.de
www.lotusrecords.at

 

ATTWENGER bei eisenerZ*ART:

eisenerZ*ART | grand opening 2011 | 07.07.2011