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Schallendes Gelächter und heftiger Applaus beim Theaterabend „8790…“

Am Samstag, dem 27. August, bot der ramponierte Tanzsaal des ehemaligen Gasthofs zum Kaiser von Österreich, der später als Kino diente, einen stimmigen Hintergrund für eine Theaterpremiere, auf die viele EisenerzerInnen schon gespannt gewartet hatten. Entsprechend randvoll war der Saal, sogar auf die Galerie musste ein Teil des vielzähligen Publikums ausweichen. Eine intensive

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8790…. und Hoffnung auf immerdar

27. August 2011, 18.30 Uhr
Alter Tanzsaal

8790…. und Hoffnung auf immerdar

Samstag, 27.August 2011, 20.00 Uhr

Bergmannplatz 3, Eisenerz (ehemaliger Tanzsaal des Gasthofs „Zum Kaiser von Österreich“)

Szenische Filmpräsentation von Theater im Bahnhof, Graz

Den Rahmen dieses Theaterabends des Theaters im Bahnhof bildet ein Filmvortrag, der immer wieder durch theatralische Einlagen unterbrochen, ergänzt und assoziativ begleitet wird. Die Vortragenden schlüpfen in verschiedene Rollen, sprechen Interviewtexte, erzählen Hintergründe, singen Heimatlieder und erweitern so die verschiedenen Schichten, die im Film erzählt werden.


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PROJEKT IM DETAIL

(Fotos: Johannes Gellner, Hohanna Hierzegger)(Fotos: Johannes Gellner, Johanna Hierzegger)

Der Abend

Bei dieser Performance   des Theater im Bahnhof handelt es sich um eine Art  Talk-Show rund um einen Film, der im Sommer 2011 in Eisenerz gedreht wurde. Unter den illustren Gästen von Moderatorin Juliette finden sich Regisseur Paul Warta, Schauspieler Lorenz K. und Menschen aus der Gemeinde Eisenerz. Der Regisseur will sich mit dem „Making Of“ dieses   Films einstellen, das auch einen Einblick in die Dreharbeiten gibt.

Der Film

„Ein Sohn / Eine Tochter unserer Gemeinde“ wurde als neues Format für einen Sender entwickelt, um unverheiratete junge Frauen oder Männer in Regionen zu bringen, die von Abwanderung bedroht sind. Eine Tochter aus der Gemeinde Eisenerz (Nicole) wurde auserkoren, einen jungen Mann von auswärts zu empfangen, der sich gemeldet hat (Lorenz). Sollten sich die beiden entschließen, ein Paar zu werden, stellt ihnen die Gemeinde als Starthilfe eine Wohnung zur Verfügung (es gibt ohnehin genug Leerstände), die nach fünf Jahren ihnen gehört – so sie dann noch zusammen sind.

Lorenz K. und Nicole, Fotos © Johannes Gellner
Lorenz K. und Nicole, Fotos © Johannes Gellner

Die Idee für dieses Format stammt vom ehemals erfolgreichen Regisseur Paul Warta. Dieser hat in den letzten Jahren nur Misserfolge gelandet, die Unmengen von Geld verschlangen. Er tritt stets als charmanter Überzeuger auf, verspricht das Blaue vom Himmel und überschätzt sich maßlos, weshalb man ihm diesmal die sehr strenge Produktionsleiterin Sonja zur Seite gestellt hat.

Das „Making of“

Im „Making of“ dieser Produktion werden Ausschnitte aus dem Film und Szenen aus seiner Entstehungsgeschichte zu sehen sein. Gleichzeitig wird das Thema Abwanderung und Neuanfang humorvoll beleuchtet und seine Vielschichtigkeit aufgezeigt. So werden auch die Beweggründe einzelner Individuen spürbar. Zahlreiche Mitwirkende kommen aus Eisenerz, allen voran Nicole, die von Regisseur Paul für seine erste Folge als Tochter der Gemeinde ausgewählt wurde.

Die Präsentation dieses Films ist ein Höhepunkt des Abends. Durch die Interviews, die Juliette auf der Bühne mit zwei zuvor ausgewählten Gästen führt, werden persönliche Kommentare und Sichtweisen zum Audruck kommen, die ein widersprüchliches, unordentliches Bild des Lebens in dieser Gemeinde geben sollen.

Wahrheit oder Pflicht?

An diesem mit Filmausschnitten angereicherten Abend, durch den Moderatorin Juliette improvisierend führen wird, treffen Schauspieler mit erfundenem und Gäste mit nicht erfundenem Hintergrund aufeinander. Oft ist nicht mehr ganz ersichtlich, ob etwas nun noch fast echt oder schon halb erfunden ist. Denn wir hören erfundene und wirkliche Geschichten, die um das Thema Abwanderung und Neuanfang kreisen.

Fotos aufgeommen im Rahmen des Location Scouting, ©  Theater im Bahnof
Fotos aufgenommen im Rahmen des Location Scouting, ©  Theater im Bahnof

Das Projekt Hoffnung

Überraschenderweise wurde dieses Vorhaben von der EU gefördert. Deshalb wird Juliette mit diesem verrückten Theaterabend durch die Steiermark touren. Geht es doch dabei auch um das Leben und Sterben von Projekten.

Um Projekte, auf die wir uns euphorisch einschwören, die uns aber auch zur Last werden, die uns überfordern und die wir letztlich mit Ach und Krach fertig machen – heilfroh, wenn wir die Verantwortung wieder abgeben können.

Fotos aufgeommen im Rahmen des Location Scouting, ©  Theater im Bahnof
Fotos aufgenommen im Rahmen des Location Scouting, ©  Theater im Bahnof

Uraufführung: am 27.08.2011 in Eisenerz

anschließend: Steiermarktournée

Regie: Helmut Köpping

Script: Pia Hierzegger

Ausstattung und Locationscout: Heike Barnard, Johanna Hierzegger

Produktionsleitung: Christina Romirer

Filmteam: Johanna Moder, Robert Oberrainer, Stefan Rosensprung

Mit: Juliette Eröd, Gabriela Hiti, Eva Hofer, Lorenz Kabas, Rupert Lehofer, Martina Zinner und Gästen aus Eisenerz

 

Der Ort

Dem ca. 1905 als Vergnügungssaal des Gasthofs „Zum Kaiser von Österreich“ errichtete, später als Kino und zuletzt als Möbelhaus genutzte, nun seit Jahrzehnten leer stehende Gebäude wird mit diesem Theaterabend zum zweiten Mal im Rahmen von eisenerZ*ART Leben eingehaucht – was ebenfalls dem Prinzip Hoffnung Folge leistet.

 

Veranstalter: GIL art.infection und Stadtgemeinde Eisenerz.

FILMTEAM „8790…“: Film Koordination und Schnitt: Johanna Moder  | Kamera: Robert Oberrainer  | Ton: Stefan Rosensprung  | Drehbuch: Pia Hierzegger  | Ausstattung/Kostüme: Heike Barnard, Johanna Hierzegger  | Regie: Helmut Köpping  | Produktionsleitung: Christina Romirer

FOTODOKUMENTATION: Johannes Gellner
GRAFIK DESIGN: Nicole Zaiser
VIDEODOKU: Jona Hoier

Durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von:

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